Apple UI-Design: Was ist wirklich wichtig?

Bei der Entwicklung von iOS-Applikationen ist das User-Interface-Design (UI-Design) einer der letzten Punkte, die das Team interessiert. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Entwickler den Designern etwas kurz vor Ablauf der Deadline übermitteln müssen. In solchen Situationen ist es auch normal, dass die Designer mit geringen Kenntnissen in iOS UIs gestalten, die auf verschiedenen Plattformen herausragend aussehen, bei der Übertragung auf iOS jedoch schlampig und fehlerhaft wirken. 

Das kommt relativ häufig vor, denn UI-Design für Apple kann etwas knifflig sein. Aber selbst wenn man diese Entschuldigung gelten lässt, kann abgesehen davon UI selbst die beste Applikation sabotieren, wenn der Nutzer sich bei der Anwendung nicht wohl fühlt. In diesem Blog wird ein näherer Blick auf verschiedene Richtlinien geworfen, die es zu beachten gilt und auf die Fehler, die vermieden werden müssen, wenn man mit dem UI-Design einen guten Eindruck machen will.

Richtlinien für Apple UI-Design

Diese Richtlinien beschreiben, wie man ein UI-Design entwirft, mit dem die Interaktion einfach ist und das den Human Interface Guidelines (HIG) von Apple für iOS folgt. Manchmal kann Improvisation und die flexible Auslegung von Regeln eine gute Idee sein, aber nicht in diesem Fall. Man muss jedoch beachten, dass der Sinn dieses Beitrags ist, eine Richtung aufzuzeigen, nicht die Lösung einzelner und komplizierter UI-Probleme.

Den Unterschied zwischen Pixels und Punkten verstehen

Punkte sind ein Messwert ohne Auflösung. Abhängig von der Pixeldichte des Bildschirms, kann ein Punkt mehr als ein Pixel beinhalten. Pixels hingegen sind die kleinsten Komponenten, mit denen auf einem digitalen Display umgegangen wird. Je mehr Pixels in eine bestimmte Bildschirmgröße eingepasst werden können, desto höher ist die Punktdichte (PPI – Pixel per inch) und desto klarer wird der Inhalt. 

Bei der Entwicklung für verschiedene Auflösungsarten sollte man in Punkten denken, aber in Pixeln designen. Dies bedeutet, dass alles in 3 einzelne Auflösungen exportiert werden muss, unabhängig von der Auflösung, für die man die Applikation designt. 

Sorgfältige Auswahl der Farbpalette

Große Aufmerksamkeit ist bei der Farbplanung angebracht. Die Farbpalette und wie sie exportiert wird, hat eine große Auswirkung auf die Nutzererfahrung mit dem jeweiligen Apple UI-Design. 

HIG empfiehlt, die Farbskala auf jene Farben zu beschränken, die überall im Design im Bildlogo erscheinen. Zusätzlich dazu muss sichergestellt werden, dass die Farben des Entwurfs zusammen ein möglichst natürliches UI erzeugen. Die Farben der Skala sollten dazu genutzt werden, zuverlässig die jeweiligen UI-Komponenten anzuzeigen, die dem User dabei helfen, die verschiedenen Teile der Interface einfach zu verstehen. 

Hinauszögern des Einloggens

Apple drängt Entwickler und UI-Designer dazu, die Eintrittserfahrung in ihre Applikation neu zu bewerten. Sofern möglich, sollten Einlogg- und Anmeldeverfahren beseitigt werden. Leider werden nicht alle Applikationen es erlauben, die Einloggfunktion komplett zu eliminieren. Es wird jedoch vielleicht möglich sein, den Anmeldebildschirm bis zum Ende hinauszuzögern, so dass die User schon einen guten Einblick davon bekommen haben, was sie nach einer Anmeldung erwarten können.

Zusätzlich kann man die Nutzererfahrung verbessern, in dem man verschiedene Anmeldemöglichkeiten anbietet, die den Vorgang erleichtern. Als Beispiel wären da selbsteintragendes Passwort, Facebook Login, Google Login, Log-in mit Apple und das Einloggen mit standardmäßiger E-Mail und Passwort.

Zu vermeidende Fehler beim UI-Design für Apple

Zu viel von einer App verlangen 

Ein Fehler, den man häufig im Design findet ist, dass der Designer zu viel erreichen will. Man nehme Widgets als Beispiel. Sie sollen eine einzelne Idee, Nachricht oder Information an die Nutzer übermitteln. Widgets sollten in ihrer Konfiguration verständlich sein – sie existieren, damit Menschen schnellen Zugriff auf eine Information haben. 

Wenn beim Design eines Widgets Temperatur und Vorhersage zusammengefügt werden, so sollte es nicht zu Lasten der Verständlichkeit gehen. Natürlich kann man den verfügbaren Platz maximal nutzen, aber die User müssen trotzdem unbedingt in der Lage bleiben, alle darauf befindlichen Informationen mit einem schnellen Blick zu erfassen. 

Fehlende Stimmigkeit im Design 

Ein Fehler, den App-Designer häufig machen und der mit dem oben erwähnten Irrtum verwand ist, besteht darin, dass Designer oft alles so sehr wie möglich individualisieren wollen, dabei aber die Stimmigkeit verloren geht. Dies ist ein geläufiger Irrtum im Design, aber im Website-Design, mit all den zur Verfügung stehenden Tools und Sammlungen, ist er außergewöhnlich häufig.

Eine guter Weg, um sich vor Unstimmigkeiten im Design zu schützen, ist das Anlegen einer Stilsammlung für das iOS-Projekt. Hier kann man die unterschiedlichen Komponenten und Features wie Buttons, Pfeile und Icons, die im ganzen Design Anwendung finden werden, erstellen und zusammenfassen. Auf diese Weise müssen diese Komponenten nicht jedes mal neu designt werden und ein stimmiges Erscheinungsbild des Projektes ist garantiert. 

Fehlende Kommunikation 

UI-Designer und App-Entwickler haben völlig verschiedene Ansätze und nehmen bei der Erschaffung derselben Applikation verschiedene Dinge wahr. Dieser Punkt wird bei unglaublich vielen Designprojekten unterschätzt und kann teuer werden. 

Auf der einen Seite wird der UI-Designer vermutlich nicht all den Code sehen, der bereits in die Applikation geflossen ist. Er wird nicht wissen, an welche Beschränkungen er denken muss, wenn er die UI entwirft. Auf der anderen Seite wird die Entwicklerin nicht verstehen, warum ein Designer ein spezielles Format verwendet hat.

Diesen Fehler zu vermeiden ist ziemlich einfach: Man muss Designern und Entwicklerinnen Zeit und Raum geben, direkt miteinander zu kommunizieren und diese feinen Einzelheiten im Design zu diskutieren. Dadurch können beide Verständnis dafür entwickeln, was die Applikation kann, wie sie benutzt werden soll und wie man ein unglaubliches Nutzererlebnis erschafft. 

Fazit 

Design für Apples iOS Plattform ist nicht so einfach wir für andere Betriebssysteme. Nichtsdestotrotz, die Anerkennung für eines der meistbekannten – wenn nicht das bekannteste – Betriebssystem der Welt ein immersives UI-Erlebnis zu entwickeln, hat ihre eigenen Vorteile.

Entlang der Lernkurve hat es immer mehr Flexibilität im UI-Design gegeben, mit der sich spielen lässt. UI-Designer haben nun die Möglichkeit, wesentlich lebendigere Nutzererlebnisse zu erstellen. Mögen diese Richtlinien und Tipps zur Vermeidung von Fehlern im UI-Design für Apple ein Startschuss für viele sein!

Abonniere unseren Newsletter

Bleibe auf dem Laufenden mit den aktuellsten News