Das Ökosystem Innovation – eine Erklärung

Gemäß Granstrand und Holgersson “ist ein Ökosystem der Innovation eine sich kontinuierlich entwickelnde Reihe von Akteuren, Aktivitäten und Gegenständen, von Institutionen und Beziehungen, die für die Innovationsleistung eines Akteurs oder einer Gesamtheit von Akteuren wichtig sind”. 

Anhand dieser Definiton wird schnell klar, dass ein Innovationsökosystem eine recht komplexe Angelegenheit ist. Es umfasst nicht nur ein einzelnes Geschäftsfeld oder Produkt, sondern ein System von Beziehungen verschiedener Akteure und Wirtschaftseinheiten; sein Output ist nicht ein Produkt, sondern ein Business. Dies wird auch deutlich, wenn man die Definition von System betrachtet. Ein System ist nicht nur eine Aufstellung von Einzelteilen, sondern auch von Beziehungen zwischen diesen Einzelteilen. Aber um zu verstehen, was ein Innovationsökosystem ist, sollte man sich auf das Konzept der Innovation konzentrieren und es vom Konzept der Erfindung unterscheiden.

Innovation vs. Erfindung

Das Wichtigste zuerst: Während eine Erfindung sich auf ein bestimmtes Produkt oder Dienstleistung bezieht, ist Innovation ein Prozess. Zum Beispiel der iPod: Der Gegenstand “mp3 Player” ist nicht von Apple erfunden worden. Apple hat die Innovation eingeführt, d.h. ein Wertesystem, das mit iPods in enger Verbindung stand (Apple music, Itunes, etc.). Anders gesagt, der Output einer Innovation ist nicht etwas Greifbares (ein Produkt), sondern etwas schwerer zu Fassendes (eine neue Vorgehensweise, ein neues Geschäftsfeld) und immer Ergebnis eines Prozesses.

Dazu kommt, dass Erfindungen einzigartig sind (wenn man etwas erfindet, stellt man normalerweise einen Prototyp her), während man Innovationen skalieren will. Man kann nicht sagen, dass man innovativ gewesen ist, wenn man nur einen Gegenstand von etwas hergestellt hat. Statt dessen sucht man nach einer Möglichkeit, seine Erfindung oder seinen Prozess in großem Maßstab zu reproduzieren und seinen Kunden zu liefern. Der Skalierungsprozess ist das Herzstück des Ökosystems Innovation. Außerdem hat eine Innovation – anders als eine Erfindung – normalerweise einen langandauernden Effekt und erzeugt über Jahre hinweg Wert. 

Innovation als System

Im Allgemeinen definiert man System als eine Aufstellung von Einzelteilen und eine Reihe von Beziehungen zwischen diesen Einzelteilen. Ein dynamisches System verwandelt Inputs in Outputs durch die Handlungen, die diese Einzelteile (Akteure) im Austausch mit ihrer Umgebung ausführen. Wenn man über “Ökosystem” spricht, denkt man fast sofort an Wald oder eine andere naturbelassene Umwelt, in der verschiedene Lebensformen miteinander interagieren und ihr Auskommen finden. Tatsächlich ist das Konzept des Ökosystems nuancierter als das und bezieht sich auf die Verbindung zwischen lebenden und nichtlebenden Subsystemen und auf ihre Interaktion durch Nährstoffzyklen und Energieflüsse. 

Wenn man also das Ökosystem betrachtet, so ist Interaktion das Kernkonzept: Interaktion und Beziehungen zwischen den Einzelteilen des Ökosystems. Betrachtet man Innovation als System, so berücksichtigt man nicht nur den Output (die Innovation), sondern den gesamten Kontext, der diesen Output ermöglicht hat. In dieser Denkweise liefert Innovation einen Wert und dieser Output wird durch einen fortwährenden Prozess hergestellt, der im Gegenzug nur als Ergebnis jenes Ökosystems existiert, dem er entspringt.

Das Ökosystem der Innovation

Wir haben Innovation als einen Prozess definiert, durch den etwas Neues produziert wird, das einen Wert verkörpert. Ein Ökosystem ist ein dynamisches System, in welchem verschiedene Komponenten (Akteure) interagieren (in Konkurrenz zueinander oder in Kooperation), im Zusammenhang mit ihrer Umwelt und auf nachhaltige Weise. Ein Innovationsökosystem ist also ein System, das durch die Interaktion seiner Einzelteile auf erneuerbare und nachhaltige Weise Innovation erzeugt.

Es ist die Reihe von Akteuren, Aktivitäten und Gegenständen und auch ihrer Beziehungen zueinander, die Innovation für einen Akteur oder eine Reihe von Akteuren möglich machen. Anhand der Strategie, die Apple mit dem iPod und dann dem iPhone angewendet hat, lässt sich dieses Konzept gut veranschaulichen. Apple kontrollierte den Markt nicht nur über seine Geräte: Durch die strikte Regulierung der Hardware gelang es dem Unternehmen, ein ganzes Ökosystem von Contentprovidern und Apps zu kreieren, mit einem ausgewogenen Mix aus Wettbewerb und Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren, und dadurch Wert für alle Teilnehmer zu erzeugen. Bei dieser Betrachtungsweise ist ein Innovationsökosystem ein System, das durch konstante Innovation allen Akteuren (welche Forschungseinrichtungen sein können, Inkubatoren, Investoren, Regierungen, Unternehmen und Organisationen, etc.) einen Wert zukommen lässt.

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