Scrum-Leitfaden: Verständnis der Scrum-Methodik

Altmodische Projektmanagement-Methoden eignen sich möglicherweise nicht für aktuelle Arbeitskontexte, in denen es schnell gehen muss und in denen man sich flink bewegen muss. Das liegt daran, dass die agile Methodik im Laufe der Jahre so viel Ansehen gewonnen hat. Scrum ist ein Projektmanagement-Framework, innerhalb dessen Sie die Agile-Philosophie anwenden und verschiedene Prozesse und Techniken einsetzen können. Es wird vor allem für Probleme verwendet, die neu für das Unternehmen sind oder besonders schwierig, schwerfällig oder komplex sind, und für Situationen, in denen man schnell vorankommen muss. Ein typisches Beispiel ist die Software-Entwicklung. Der Name „Scrum“ ist vom Rugby abgeleitet, wo er eine organisierte, wenn auch stürmische Formation bedeutet. Es vermittelt also die Vorstellung von einer Gruppe von Menschen, die ein zusammenhängendes Team bilden und sich vorwärts bewegen, um gemeinsam zu einem Ergebnis zu kommen.

 

Ein Scrum-Projekt in Kürze

Scrum ist ein Framework, das entwickelt wurde, um Projekte schneller zu machen. Wenn Sie also Scrum anwenden, sollten Sie nie erleben, dass ein Projekt beginnt und dann nichts abliefert, bis es fertig ist.

Ein Scrum-Projekt ist in „Sprints“ strukturiert. Sprints sind Zeiträume (von 1 Woche, dem kürzest möglichen Sprint, bis zu 4 Wochen), in denen sich ein Scrum-Team verpflichtet, bestimmte Dinge zu erledigen. Am Ende eines jeden Sprints müssen diese Dinge abgeliefert werden. Das Team wählt selbst aus, woran es in jedem Sprint arbeiten will und ist dafür verantwortlich. Hier gibt es also kein Mikromanagement. Zu Beginn eines jeden Sprints gibt es ein „Sprint Planning Meeting“, in dem Entscheidungen getroffen werden. Dann gibt es zu Beginn eines jeden Tages ein sehr kurzes Meeting von etwa 15 Minuten. Dies wird bis zum Ende des Projekts wiederholt. Die zu erledigenden Aufgaben werden dem so genannten „Product Backlog“ entnommen, einer Liste von Aktivitäten, mit Prioritäten und Abhängigkeiten. Diese werden zu Beginn des Projekts zusammengestellt, können aber jederzeit geändert werden, indem neue Elemente (auch „Stories“ genannt) hinzugefügt oder die bestehenden neu priorisiert werden. Das Backlog ist das Scrum-Äquivalent zu den Anforderungen. Jedes Teammitglied kann das Backlog ändern (Scrum ist eine sehr demokratische Arbeitsweise). 

 

Das Scrum-Team

Ein Scrum-Team setzt sich aus drei Elementen zusammen: dem Scrum-Master, dem Product Owner und dem Team (5 bis 9 Mitglieder).

 

  • Der Scrum Master ist eine Art „Moderator“: Er beruft die Treffen ein, sorgt für einen geeigneten Ort und dafür, dass jedes Teammitglied das hat, was es für eine reibungslose Arbeit braucht. Er ist diejenige, der dafür zuständig ist, alle Probleme zu lösen, die in der Gruppe auftreten können. Er unterstützt das Team bei der Planung der Schritte und der Dinge, die während der Sprints zu tun sind, aber er trifft keine Entscheidungen, außer für die Sprintlänge. Er ist ähnlich wie ein Projektmanager, außer dass er nicht verwaltet, sondern Unterstützung gibt.
  • Der Product Owner ist das wichtigste Teammitglied. Er ist verantwortlich für das Definieren, Schreiben, Einfügen und Priorisieren der „Stories“ (der Kundenanforderungen) in das Backlog. Er muss sich auch darum kümmern, wie das Team arbeitet und ob es effektiv in der richtigen Zeitspanne Werte produziert. Er beantwortet alle Fragen, die die Teammitglieder zu den Backlog-Elementen haben.
  • Die Teammitglieder entscheiden in voller Autonomie, woran sie arbeiten wollen und welche und wie viele der Backlog-Items während der Sprintdauer erledigt werden können. Sie übernehmen dafür die volle Verantwortung. Natürlich sollten die Teammitglieder bei der Auswahl der Items die Prioritäten und Abhängigkeiten berücksichtigen.

 

Am Ende eines jeden Sprints hält das Scrum-Team ein Sprint-Retrospektive-Meeting ab, in dem alle gemeinsam prüfen, was im Backlog getan wurde und was noch zu tun ist, was schief gelaufen ist und was in Ordnung war, ob es kritische Probleme zu lösen gibt usw.

Scrum ist nicht für jeden geeignet, da seine Einführung ein hohes Maß an Autonomie und Verantwortung bei den Teammitgliedern voraussetzt – ein echter Kulturwandel. Aber wenn Sie es schaffen, sich darauf umzustellen, wird die Leistung Ihres Unternehmens sicherlich eine enorme Verbesserung erfahren.

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